MdL Ernst-Wilhelm Rahe zur heutigen Demonstration der Landwirte

Veröffentlicht am 22.10.2019 in Umwelt

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Zum heutigem Trecker Konvoi der Junglandwirte erklärt der heimische SPD Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe: „Die heimischen Landwirte machen sich berechtigte Sorgen um den Fortbestand ihres Berufstandes. Auch ich sehe das immer weitergehende Höfe sterben und das Ende langjähriger Familienbetriebe. Damit stirbt die Flexibilität der heimischen Landwirtschaft und die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Großbetriebe produzieren nicht für den heimischen Markt und Verbraucher sondern für internationale Lebensmittelketten und vermarkten ihre Produkte weltweit. Darum brauchen kleine und familiär geführte Höfe Unterstützung von Politik und Verbrauchern."

„Ich teile nicht die Auffassung einiger Bauern, dass  die Landwirtschaft insgesamt einen schlechten Ruf hat. Ich nehme in vielen Gesprächen in meinem Wahlkreis eher wahr, dass es viel Verständnis für die Sorgen bäuerlicher Familienbetriebe gibt. Mir scheint es in der öffentlichen Diskussion eher um den Widerspruch zwischen der bäuerlichen Landwirtschaft und dem agrar-industriellen Komplex zu gehen.

Ich meine: Es muss künftig mehr Geld in der Landwirtschaft als an der Landwirtschaft verdient werden. Darum sind nachhaltige und innovative Konzepte gefragt, die der Ideologie „wachsen oder weichen“ entgegengesetzt werden.  Landschafts-, Natur- und Trinkwasserschutz muss angemessen honoriert werden und die Wertschöpfung von der Lebensmittelproduktion bis zur Vermarktung muss auf den Höfen bleiben.

Ein großer Kritikpunkt der Landwirte richtet sich gegen die Veränderungen bei der Düngeverordnung. Die vorgeschlagene pauschale Begrenzung des Stickstoffeinsatzes auf 20% unter dem errechneten Düngebedarf trifft eben nicht nur die Tierhalter und Biogaserzeuger, sondern auch reine Ackerbauern ohne Wirtschaftsdünger und kleine Nebenerwerbsbetriebe.

Doch es gehört zur Wahrheit auch: Fast die gesamte Fläche des Mühlenkreises nördlich des Wiehengebirges zählt zu den sogenannten roten Gebieten. In diesen Bereichen ist die Trinkwasserversorgung bereits jetzt durch zu hohe Nitrateinträge bedroht oder mittelfristig davon betroffen. Dieses bringt die kommunalen Wasserversorger in große Bedrängnis: Um auch in Zukunft die Grenzwerte für Nitrat im Trinkwasser einzuhalten müssen neue, tiefere und teurere Brunnen geschaffen oder das Wasser mit zugekauften und unbelasteten Wassermengen vermischt werden. Kosten, die auf alle Bürgerinnen und Bürger umgelegt werden müssen, letztlich auch auf die Landwirtschaft. Es sind Kosten, die jetzt oder in naher Zukunft für die Fehler der vergangenen Jahre entstehen werden.

Während in den europäischen Nachbarstaaten schon lange auf diesen Effekt reagiert wurde, sind in Deutschland zu lange die Auswirkungen der Düngung auf die Trinkwasserversorgung ignoriert worden. So dass die EU nun ein neues Strafverfahren gegen Deutschland verhängt hat um Änderungen zu erzwingen. Landwirtschaft, Kommunen und Politik auf allen Ebenen sind aufgerufen nicht über die Ursachen zu lamentieren, sondern zügig sich auf diese Situation einzustellen. Über einzelne Stellschrauben lässt sich diskutieren, das Ziel auch in Zukunft unbelastetes Trinkwasser zu bekommen ist jedoch unbestritten einzuhalten."

 
 

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